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Nicht
alles, was in China Geltung beansprucht, stimmt mit den
Erfahrungen westlicher Therapeuten überein, weil Menschen
und Verhältnisse in beiden Erdteilen grundverschieden
sind. So beschreitet die TCM in Europa einen
eigenständigen Weg auf der Grundlage einer eigenen
Naturheilkunde.
Die TCM setzt sich aus
verschiedenen Techniken zusammen:
- die Kräutertherapie und Pflanzenheilkunde
- die Akupunktur
- das Schröpfverfahren
- die Moxibation
- die Diätik und die Ernährungslehren nach
den 5 Elementendie Diätik und die Ernährungslehren
nach den 5 Elementen
Zu den
Diagnose-Verfahren der TCM gehören:
- das Befragen
- die Gesichtsfelddiagnose
- die Zungendiagnose
- die Pulsdiagnose
Die
Kräutertherapie und Pflanzenheilkunde
Diese
Form der Therapie hat ein längere Tradition (mehr als 3000
Jahre alt) und einen größeren Stellenwert als die
Akupunktur Jede Pflanze wird nach Geschmack, thermischer
Wirkung und Organzugehörigkeit genauestens ausgewählt
und folgt der Terminologie der 5-Elemente-Lehre. Hierbei folge
ich der Ansicht, dass unsere heimischen Heilkräuter besser
für uns geeignet sind, weil Kräuter, die in unserem
Umfeld wachsen, uns genau die Kräfte und Heilwirkungen
liefern, die wir benötigen. Chinesische Heilkräuter
-teilweise aus subtropischen Gebieten- haben nichts mit unseren
westlichen Krankheitsbildern gemein. Viele traditionelle
Rezepturen können durch heimische Heilkräuter ersetzt
werden. Sie sind zudem leichter und kostengünstiger
erhältlich.
Die Akupunktur
Die
Akupunktur fasziniert und regt die Phantasie an. Beispiel: Wie
kann eine dünne Nadel, im Fuß positioniert,
Kopfschmerzen beseitigen? Der Nutzen der Akupunktur liegt im
Bereich der Schmerztherapie aber auch bei Heuschnupfen,
Schwangerschaftserbrechen, Schlaflosigkeit, Asthmaanfällen
und zahllosen anderen Leiden kann die richtig gesetzte Nadel
helfen. Was bewirken einzelne Nadeln, was die westliche Medizin
mit ihrer Zell- und Gewebeforschung nicht erreichen bzw.
beweisen kann?
Die Chinesen sprechen von Chi (Lebenskraft,
Lebenshauch), die erste Säule der
Akupunktur. Chi durchfließt die verschiedenen Meridiane
in unserem Körper. Ein gestörtes Chi blockiert die
Lebenskraft und den freien Fluss der Energie und kann durch
Nadeln beeinflusst werden.
Die zweite Säule der Akupunktur sind Yin
und Yang als zwei gegensätzliche Aspekte und doch als ein
komplementäres System, das auf allen Ebenen des Seins
(Lebens) zu finden ist. (z.B.: Sonne-Mond, Mann-Frau,
hell-dunkel, kalt-heiß, Berg-Tal, links-rechts,
oben-unten usw.)
Die dritte Säule der Akupunktur ist das
System der 5-Elemente aus Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser.
Diese 5-Elemente finden ebenfalls ihre Zuordnung in allen
Natur- und Lebenserscheinungen. Das bedeutet, dass wir jedem
Element eine Jahreszeit, eine Farbe, einen Geschmack, ein Organ
usw. zuordnen können. Die Möglichkeit auf das Chi
-mit seinen beiden Seiten Yin und Yang- einzuwirken, erreichen
wir über die Akupunktur auf den Meridianen
(Energiebahnen). Auch in der Akupunktur gibt es Unterschiede
zwischen der chinesischen und europäischen
Mentalität. Der chinesische Patient verlangt nach
Nadelreizen, wo jeder europäische Patient die Flucht
ergreifen würde. So ist bei uns der Nadeldurchmesser, die
Anzahl der gesetzten Nadeln und das Stechverfahren entsprechend
angepasst worden.
Die Zungendiagnose
Auf
der Zunge stellt sich der gesamte Organismus und das Wirken der
Organe dar.
Die Pulsdiagnose
An jeweils 3 Taststellen am Handgelenk kann man aus der
jeweiligen Pulsqualität (z.B. schnell, langsam,
schlüpfrig, klebend usw.) die einzelnen Element der
Krankheitslehre erfassen. Was hat uns krank gemacht?
Beispielsweise Wind, Kälte oder Feuchtigkeit. Durch die
verschiedenen Taststellen ergeben sich Rückschlüsse
auf die einzelnen Organe. Anhand der Befunde aus den
verschiedenen Diagnoseverfahren wird das den Beschwerden
zugrunde liegende Muster ermittelt.
Daraus wird ein Therapiekonzept erstellt, so
dass immer die Ursache einer Erkrankung behandelt wird und
nicht etwa nur deren Symptome.
Die Ohrakupunktur
Sie hat einen wichtigen Platz innerhalb der Anwendung der
Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) erhalten. Seit
über 2000 Jahren wird der Mensch über die Reizung des
Ohres behandelt, zum Beispiel in China, Persien und
Ägypten. Zudem wurde ebenfalls vor zwei Jahrtausenden in
Ägypten die Ohrakupunktur zur Schmerzlinderung und zur
Empfängnisverhütung angewandt. Die heutige Methode
geht überwiegend auf den französischen Arzt Paul
Nogier zurück, der in den 50er Jahren entdeckte, dass
jedes Organ im Ohr repräsentiert wird. Entsprechend der
Vorstellung von einem Embryo, der sich in der gesamten
Ohrmuschel liegend darstellt (der Kopf im Ohrläppchen, die
Beine und Arme am oberen Rand). Das Indikationsspektrum in der
Ohrakupunktur ist sehr groß. Laut Nogier:
"Jeder Schmerz und jede Krankheit, die
auf ein Trauma zurückgehen, sind mit der Ohrakupunktur
positiv zu beeinflussen"
Hier einige Beispiele:
| Schmerzzustände: |
akute Schmerzen, chronische Schmerzen, postoperative
Schmerzen, psychogene Schmerzen (sozial gelernte Schmerzen,
Einsamkeit) |
| Krankheitsbilder ohne organischen Befund: |
Unruhe, Ängste, Nervosität,
Lernstörungen, Depressionen, |
| Suchttherapie: |
Raucher-Entwöhnung, Adipositas |
| Allergien: |
Neurodermitis, Ekzeme, allergoide Bronchitis,
Heuschnupfen, Juckreiz |
| Infekte und Entzündungen: |
banale und grippale Infekte, Bronchitis, Sinusitis,
Rhinitis, Infektanfälligkeit |
Neben den Akupunkturnadeln werden im Ohr auch Hilfsmittel wie
Dauernadeln, Körner, Globuli, Licht oder Moxa angewendet.
Das Ohr eignet sich nicht nur als Therapiezugang, es
lässt sich auch (wie Augen, Puls und Zunge) hervorragend
zur Diagnose nutzen, weil sich dort sowohl akute als auch
chronische Schmerzzustände erkennen lassen.
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